2007-02-25
Inge Gräßle zu Gälisch und Maltesisch
als EU-Amtssprachen: „Wahnsinn, Perversion“
„Das ist
eine Perversion der
europäischen Sprachenpolitik. Sprache ist ein
Verständigungsmittel und
kein politisches Prestigeobjekt“, schimpft Inge Gräßle,
CDU-Haushaltsexpertin im Europäischen Parlament. Gemeint ist die Einführung von
Gälisch und Maltesisch als Amtssprache. Die Zahl von 23 EU-Amtssprachen ist ihrer
Ansicht nach schlichtweg „Wahnsinn“. Die Fakten sprechen für die
Einschätzung Gräßles:
- In Irland sprechen
nur rund 30.000 der insgesamt vier Millionen Einwohner Gälisch.
- Nur 5 der 13
irischen Europaabgeordneten verstehen Gälisch.
- Es gibt zu wenig
Übersetzer für Gälisch.
Dies wird sich auch künftig kaum ändern, obwohl die Londoner
Westminster-Universität auf EU-Initiative einen neuen
Übersetzungsstudiengang für Gälisch eingerichtet hat.
- Praktisch alle der
400.000 Malteser sprechen Englisch. Englisch ist zweite Amtssprache des
Landes.
- Es gibt zu wenig
Übersetzer für Maltesisch.
Aber dass Gälisch
und Maltesisch Amtssprachen sind, steht ohnehin nur auf dem Papier. Die
Praxis sieht anders aus:
- Zumindest bis 2010
werden nur solche Gesetze ins Gälische übersetzt, die von den
EU-Mitgliedsstaaten und dem Europäischen Parlament gemeinsam
verabschiedet worden sind.
- Wenn Beamte oder
Abgeordnete während der
EU-Sitzungen in Brüssel Gälisch sprechen wollen, muss die
Regierung
in Dublin zuvor einen Antrag stellen.
- Übersetzungen
der Sitzungen ins
Gälische soll es grundsätzlich nicht geben.
[Text: Richard Schneider.
Quelle: Welt, 2007-02-24, 2007-01-18. Bild: CDU
Baden-Württemberg.] www.uebersetzerportal.de
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Inge Gräßle
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