2002-05-18
Ludmila Putina erhält Jacob-Grimm-Preis des VDS 
Der vom Verein Deutsche Sprache (VDS) gemeinsam mit der Eberhard-Schöck-Stiftung verliehene Jacob-Grimm-Preis für das Jahr 2002 geht an die Leiterin des Instituts für russische Sprache in Moskau, Ludmila Putina (44). Der mit 35.000 Euro dotierte Preis ist Teil des Kulturpreises Deutsche Sprache und wird zum zweiten Mal vergeben; 2001 war der Schriftsteller Rolf Hochhuth der Preisträger.
    Frau Putina wird ausgezeichnet für die Pflege und Weiterführung der großen Tradition des Deutschen als Fremdsprache in Russland, die mehrere Jahrhunderte zurückreicht. Sie hat in den Jahren 2001 und 2002, zusammen mit Doris Schröder-Köpf, maßgeblich die Schüler- und Studenten-Wettbewerbe „Gemeinsam ins 21. Jahrhundert“ des deutsch-russischen Jugendforums angeregt und gefördert. Diese Wettbewerbe sollen an den Schulen und Universitäten beider Länder Kenntnisse des jeweils anderen Landes und seiner Sprache vertiefen und ausdehnen. Frau Putina hat durch dieses Projekt neues Interesse an der deutschen Sprache in Russland geweckt und den russischen Deutschlehrern und Germanisten gezeigt, dass ihre Arbeit geschätzt wird, weil das Deutsche als Fremdsprache in Russland attraktiv geblieben ist und Zukunft hat. Sie erhält den Jacob-Grimm-Preis für ihre konstruktive kulturpolitische Arbeit zugunsten der deutschen, aber auch der russischen Sprache in einer Zeit, in der weltweite ökonomische und kulturelle Vereinheitlichungstendenzen die Vielfalt der Sprachen und der Kulturen durch Gleichmacherei und Kahlschlag ernsthaft bedrohen.
    Der mit 5.000 Euro dotierte Initiativpreis Deutsche Sprache im Kulturpreis Deutsche Sprache geht an den Verein zur pädagogischen Förderung ausländischer Kinder in Osnabrück.
    Der undotierte Institutionenpreis im Kulturpreis Deutsche Sprache geht an die Gemeinnützige Hertie-Stiftung für das Projekt „Jugend debattiert“ und an den Initiator des Projektes, den Geschäftsführer der Stiftung, Dr. Roland Kaehlbrandt.
    Die Preise werden am 19. Oktober 2002 in Kassel überreicht.

Unser Kommentar: Der VDS hat bei der Auswahl der Preisträger auf jeden Fall ein geschickteres Händchen bewiesen als die sich ebenfalls der Sprachpflege widmende Gesellschaft für deutsche Sprache, Wiesbaden. Diese hatte sich am 3. Mai 2002 mit der Verleihung des „Medienpreises für Sprachkultur“ an die Plaudertasche Thomas Gottschalk zum Gespött der Feuilletons gemacht.
[Text: VDS (von uns gekürzt und in die neue Rechtschreibung übertragen). Quelle: VDS-Pressemitteilung, 2002-05-17. Bild: div. russische Websites.]


Ludmila Putina einst ...

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