2003-04-28
„Übersetzen macht Weltliteratur erst möglich.“ – Swetlana Geier wird 80
Swetlana Geier gilt als bedeutendste Vermittlerin russischer Literatur im deutschen Sprachraum. Sie war es, die Dostojewskijs „Schuld und Sühne“ einen neuen Titel gab: „Verbrechen und Strafe“. Ihrer Ansicht nach braucht jede Zeit ihre eigene Übersetzung. Und jede Übersetzung überlebe sich. Demnächst will sie Dostojewskijs „Jüngling“ neues Leben einhauchen, der dann „Der Junge“ heißen soll.
    Ihre Kurzbiografie aus dem Tagblatt: „Swetlana Geier, 1923 in Kiew als Tochter russischer Eltern geboren, kam Ende 1943 mit einer Dortmunder Firma, für die sie als Dolmetscherin arbeitete, nach Deutschland. 1944 dank der Bemühungen deutscher Freunde aus einem Ostarbeiterlager in Dortmund befreit, studierte sie nach Kriegsende in Freiburg im Breisgau Germanistik und Vergleichende Sprachwissenschaft. Später war sie Lehrbeauftragte für russische Sprache und Literatur in Freiburg und Karlsruhe. In den Fünfzigerjahren begann sie ihre Tätigkeit als literarische Übersetzerin.“
    Geier musste mit der Übersetzerei nie ihren Lebensunterhalt verdienen und konnte daher ihren Vorlieben für bestimmte Autoren freien Lauf lassen.
    Seit 46 Jahren übersetzt sie, gestern feierte sie ihren 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass sind in der deutschsprachigen Presse eine Reihe von Artikeln erschienen, die den Werdegang, die Arbeitsweise und die übersetzungstheoretischen Erkenntnisse von Swetlana Geier beleuchten. (Die Links führen zum vollständigen Artikel.)
  • St. Galler Tagblatt: „Die grosse Frage der Freiheit. – Warum Dostojewskijs Romane bis heute fesseln. Und warum Russland Geduld braucht. Ein Gespräch mit Übersetzerin Swetlana Geier an ihrem 80. Geburtstag“
  • Badische Zeitung: „Den Atem des Textes erfassen. – Swetlana Geier hat in Freiburg die großen Romane Dostojewskijs neu übersetzt. Morgen feiert sie ihren 80. Geburtstag“
  • Bonner General-Anzeiger: „In jeder Frau steckt ein Stückchen Carmen. – Zu ihrem 80. Geburtstag: Der GA im Gespräch mit der Literatin Swetlana Geier“
[Externe Links. Möglicherweise nicht mehr gültig.]
[Text: Richard Schneider. Quelle: Badische Zeitung 2003-04-27, St. Galler Tagblatt 2003-04-26, Bonner General-Anzeiger 2003-04-25. Bild: Ammann Verlag.]

Swetlana Geier