2004-04-03
Generationswechsel: Natália Rózsa löst László Szabó an VÜD-Spitze ab
Vorstandswahlen standen am 6. März in Berlin auf der Tagesordnung der Jahresmitgliederversammlung des VÜD (Verband der Übersetzer und Dolmetscher). Natália Rózsa wurde zur neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Die Dipl.-Übersetzerin und Konferenzdolmetscherin (Arbeitssprachen: Deutsch, Englisch, Ungarisch) war in der letzten Amtszeit schon Mitglied des Vorstandes und hat sich auch die Jahre davor bereits für den Verband engagiert. 
    László Szabó, der die Geschicke des Verbandes 14 Jahre lang seit dessen Gründung 1990 geleitet hatte, kandidierte nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden. Er ließ sich aber erneut in den Vorstand wählen und betreut künftig das Ressort „Veranstaltungen und Sprachgruppenarbeit“. Szabó hatte bereits im Informationsbrief 1/2004 erklärt, dass sich die 2002 eingeleitete Verjüngung des Vorstandes bewährt habe und konsequent fortgesetzt werden solle.
    Eine weitere Änderung ergab sich dadurch, dass Vorstandsmitglied Karin Lantzsch nicht mehr kandidierte. Für sie wurde der Dipl.-Wirtschaftler Außenwirtschaft, Übersetzer und Konferenzdolmetscher Genko Kuzarow in den Vorstand gewählt.
    Alle übrigen Amtsträger wurden wiedergewählt. Dem Vorstand gehören also wie bisher auch Doris Maidanjuk (2. Vorsitzende), Silvia Schreiber (3. Vorsitzende), Alexander Hoppe, László Szabó und Bernd Schofeld (Schatzmeister) an. Die Revisionskommission, deren Aufgabe es ist, den Finanzbericht des Schatzmeisters und die wirtschaftliche Führung des Verbandes zu überprüfen, besteht aus Wolfgang Ghantus und Anja Röger. Als Verantwortlicher für technische Fragen des Berufsstandes betreut Peter Ganzer die Internet-Präsenz des Verbandes. Die Leitung der Geschäftsstelle liegt weiterhin in den bewährten Händen von Eyke Szabó.
    An der Jahresmitgliederversammlung nahmen 35 der 230 VÜD-Mitglieder teil. Sechs weitere hatten anderen eine schriftliche Vollmacht zur Vertretung erteilt, so dass sich eine Beteiligung von annähernd 18 Prozent ergab.
    Natália Rózsa erläutert gegenüber dem Übersetzerportal ihre Pläne für die Verbandsarbeit wie folgt:
Der bisherige Kurs des VÜD-Vorstandes sollte beibehalten werden. Es ist der Gemeinschaft der Vorstandsmitglieder und unseren aktiven Mitgliedern zu verdanken, dass der VÜD als ein kleiner, aber feiner Verband seit nunmehr 14 Jahren besteht.
    Unserer Meinung nach sollten die Berufsverbände ihre Kräfte bündeln und bei der Entstehung der zukünftigen europäischen Qualitätsnormen für Übersetzungen mitwirken, damit später nicht nur große Agenturen die Zertifizierung bekommen können. Die Ausarbeitung dieser Normen ist nämlich im vollen Gange, und kaum einer der Betroffenen weiß etwas davon.
    Verstärkt möchten wir uns auch Problemen unserer Kollegen in anderen Bundesländern widmen. Zuständig für die Arbeit der Regionalgruppe Brandenburg ist Frau Doris Maidanjuk.
    Wir möchten die internationale Arbeit unseres Verbandes verstärken, da im Zuge der Globalisierung die Vernetzung der Verbände eine wachsende Rolle spielen wird.
    Wir möchten unseren Mitgliedern mehr Informations- und Bildungsveranstaltungen anbieten. Wichtige Themen sind: das neue JVEG (zuständig ist Herr Alexander Hoppe, Behörden- und Gerichtsdolmetschen), neue Rechnungsstellungsvorschriften, Urheberrecht, neue Versionen von Übersetzungsprogrammen, usw. Die inhaltliche Ausgestaltung der Veranstaltungen übernimmt Herr Szabó. Für die Organisation ist Herr Genko Kuzarow zuständig.
    Für diese Amtsperiode haben wir uns vorgenommen, die Sprachgruppenarbeit weiter zu verstärken. Im letzten Jahr wurde von Herrn Ghantus die Englischgruppe wieder ins Leben gerufen. Die Russischgruppe unter der Leitung von Frau Lantzsch und Frau Stoljarowa besteht seit mehreren Jahren und erfreut sich großer Beliebtheit nicht nur unter unseren eigenen Mitgliedern, sondern auch unter Zugehörigen anderer Verbände sowie anderen Interessenten. Das gleiche gilt für die Polnischgruppe. Sie wird in Zusammenarbeit mit Frau Soyka unsererseits und Frau Christofel seitens des BDÜ abwechselnd organisiert. Die Ungarischgruppe beschäftigt sich hauptsächlich mit terminologischen und lexikalischen Fragen. Die Mitglieder der Gruppe treffen sich außerdem regelmäßig bei Veranstaltungen des ungarischen Kulturinstituts in Berlin (Collogium Hungaricum). Der Verband plant langfristig die Gründung einer Französisch- und einer Spanischgruppe.
    Unsere Internetseite möchten wir weiter verbessern. Die technische Betreuung übernahmen Peter Ganzer und Ralf Ganzer, doch die Seiten mit Informationen zu füllen, ist Aufgabe aller Mitglieder. Diese Verantwortung muss unserer Mitgliedschaft bewusst gemacht werden.
    Der Vorstand hat sich ebenfalls vorgenommen, die Verbindung zu Hochschulen und Universitäten zu verstärken. Aus diesem Grunde wurde Frau Orsolya Gyulai während der JMV vom Vorstand als „Kontaktperson zu den Universitäten und Hochschuleinrichtungen“ vorgeschlagen. Wir möchten den StudentInnen der Studiengänge Dolmetschen (zuständig für die Konferenzdolmetscher ist Silvia Schreiber), Übersetzen und Interkulturelle Kommunikation den Übergang ins Berufsleben erleichtern.
    Last but not least möchten wir in den nächsten Jahren neue Mitglieder und Sponsoren für unseren Verband werben.
Ausführliche Informationen zum VÜD, der seinen Mitgliederschwerpunkt in Berlin und dem Land Brandenburg hat, finden Sie im Internet unter der Adresse www.vued.de.
[Text: Richard Schneider. Quelle: VÜD. Bild: VÜD.] www.uebersetzerportal.de

Natália Rózsa,
1. Vorsitzende


László Szabó


Doris Maidanjuk,
2. Vorsitzende


Silvia Schreiber,
3. Vorsitzende


Neu im Vorstand:
Genko Kuzarow