2004-09-23
ZDF-Gesundheitsmagazin
Praxis
berichtet über medizinisch-soziale Dolmetscher an Charité
Sprachbarrieren beim Arztbesuch
und die Arbeit der medizinisch-sozialen Dolmetscher an der Berliner Charité
waren gestern Thema eines rund fünfminütigen Beitrags im ZDF-Gesundheitsmagazin
Praxis.
Zunächst
wurden am Beispiel einer türkischen Ehefrau und Mutter, die seit mehr
als 20 Jahren in Deutschland lebt, aber kein Deutsch spricht, die grundsätzlichen
Probleme dargelegt. Anschließend schilderte Fatma Aydin, wie
sie und andere „Gesundheitsdolmetscher“, wie sie sich an der Charité
nennen, versuchen, die Sprachprobleme und interkulturellen Konflikte in
den Griff zu bekommen.
| Erstaunlicherweise
hat sich immer noch keine treffende Bezeichnung für unsere in Krankenhäusern
und Behörden als Begleitdolmetscher arbeitenden Kollegen durchgesetzt.
Die wörtliche Übersetzung des amerikanischen Ausdrucks community
interpreter mit „Gemeindedolmetscher“ ist unsinnig, denn die Dolmetscher
arbeiten weder für die Stadtverwaltung noch für eine Kirchengemeinde.
Das Wort „Gemeinde“ hat eben nicht dieselben Bedeutungen wie community.
„Krankenhausdolmetscher“ versteht jeder, aber das Wort wird nicht benutzt,
weil es offenbar zu sehr nach Blut und Bakterien klingt und nicht das Behördendolmetschen
umfasst. Die in Berlin benutzte Bezeichnung „Gesundheitsdolmetscher“ ist
auf den ersten Blick ganz pfiffig, auf den zweiten Blick aber genauso albern-euphemistisch
wie die Bezeichnung „Gesundheitskasse“, die sich die Krankenkasse AOK seit
einigen Jahren zugelegt hat. Außerdem wird damit das Behördendolmetschen
ebenfalls nicht abgedeckt. Am treffendsten, aber bislang kaum verbreitet,
ist unserer Ansicht nach der Ausdruck „medizinisch-sozialer Dolmetscher“. |
Näheres zum Praxis-Beitrag
sowie weiterführende Adressen und Links gibt es beim ZDF.
(Externer Link. Möglicherweise nicht mehr gültig.)
Link
zum Thema
[Text: Richard Schneider. Quelle:
ZDF, 2004-09-22. Bild: ZDF. Videokonvertierung: Jürgen Herber.] www.uebersetzerportal.de |
Fatma Aydin
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