| 2005-01-08
Respektlos! Das deutsche Volk macht Witze über die Fremdsprachenkenntnisse seiner Kanzler Sechzehn lange Jahre war Helmut Kohl Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. In dieser Zeit unternahm er mehr Auslandsreisen als jeder seiner Vorgänger. Allerdings war er stets auf Dolmetscher angewiesen, denn Fremdsprachen waren seine Sache nicht. Kein Wunder, dass es eine Fülle von – selbstverständlich frei erfundenen – Witzen über die Bildungslücke dieses großen deutschen Politikers (fast zwei Meter!) gibt. Nachfolgend eine kleine Auswahl: (1) Helmut Kohl, Bill Clinton und John Major fliegen gemeinsam zum Staatsbesuch nach Moskau. Über Polen geraten sie in ein Unwetter und müssen zwischenlanden. Erst mit zweistündiger Verspätung kommen sie in der russischen Hauptstadt an. Ungeduldig wartet Boris Jelzin auf dem Flughafen. Clinton geht als erster auf ihn zu und sagt: „I'm so sorry, Sir!“ John Major schließt sich an und erklärt: „I'm sorry, too.“ Dann gibt Kohl Jelzin die Hand und meint: „I'm sorry three!“ (2) Helmut Kohl überfliegt einen Brief aus England. In ihm steht an einer Stelle „I don't know“. Der Kanzler ruft seine Sekretärin und fragt: „Was heißt eigentlich ,I don't know'?" Juliane Weber: „Ich weiß nicht!“ Darauf Kohl: „Schade, dann muss ich jemand anders fragen.“ (3) Helmut Kohl hat Frankreich einen Staatsbesuch abgestattet. Zum Abschied hält er eine kurze Ansprache und schließt auf Französisch mit den Worten: „La France est beau.“ Der Dolmetscher will ihn korrigieren und flüstert ihm zu: „Belle! Belle!“ Darauf Kohl ins Mikrofon: „Wau! Wau!“ (4) Nach Jahren der partnerschaftlichen Zusammenarbeit bietet der französische Staatspräsident François Mitterrand Helmut Kohl das Du an. Der Kanzler ist bewegt und ringt nach Worten, um seinen Emotionen Ausdruck zu verleihen. Schließlich erwidert er gerührt: „Maitenant, nous sommes per du!“ (5) Mitterrand hat Kohl in sein Privathaus eingeladen. Der Wein fließt in Strömen. Als kaum noch etwas übrig ist, geht Mitterrand in den Keller, um Nachschub zu holen. Kohl soll derweil die letzte Flasche aufmachen. Als Mitterrand wieder aus dem Keller zurückkommt, sieht er, dass Kohl mit dem Korkenzieher auf dem Etikett herumbohrt. Verwundert fragt er: „Macht man bei euch in Deutschland die Flaschen nicht oben am Korken auf?“ Darauf Kohl: „Doch, aber hier auf dem Etikett steht doch: ,Bohr do'!“ (6) Vor einem Staatsbesuch in Italien sagt Kohl zu Gattin Hannelore: „Weißt du, wenn ich meine Rede schon nicht auf Italienisch halten kann, würde ich das Volk doch wenigstens gerne in der Landessprache begrüßen. Was heißt eigentlich ,guten Tag' auf Italienisch?“ Sagt die gelernte Dolmetscherin (Germersheim): „Buon giorno.“ Darauf Kohl: „Das ist aber schwer, wie soll ich mir das denn merken?“ Hannelore: „Weißt du was? Ich sticke es dir unten auf die Innenseite deiner Krawatte. Wenn du am Rednerpult stehst, sieht das kein Mensch, wenn du die Krawatte umdrehst und abliest.“ Gesagt, getan. Am nächsten Tag steigt Kohl in Rom aus dem Flieger. Nach dem Abschreiten der Ehrenformation geht er zum Rednerpult, nestelt an seiner Krawatte herum und ruft dann der versammelten italienischen Presse zu: „Trevira! Trevira!“ (In einer anderen Version ruft er: „Pura seta! Pura seta!“) (7) Bundeskanzler Helmut Kohl, Außenminister Klaus Kinkel und Verteidigungsminister Volker Rühe (ein studierter Englischlehrer) sind auf Staatsbesuch in einer Bananenrepublik, als aus heiterem Himmel geputscht wird. Alle drei werden sofort als Kollaborateure verhaftet und sollen erschossen werden. Als erstes wird Rühe an die Wand gestellt. Da ruft er in einer Art Geistesblitz: „An earthquake! An earthquake!“ Die Putschisten werfen sich auf den Boden und Rühe macht sich flink auf und davon. Als sich die Aufregung wieder gelegt hat, wird Kinkel vor die Wand gezerrt. Dieser ruft: „Tsunami, tsunami!“ Die Soldaten versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Kinkel kann fliehen. Helmut Kohl denkt sich: „So schlau wie die beiden bin ich schon lange!“ Auch er wird an die Wand gestellt. Das Exekutionskommando nimmt Aufstellung. Dann ruft Kohl: „Fire!“ (8) Kohl ist beim britischen Premierminister John Major zu Besuch. Nach dem Mittagessen spazieren sie durch den Hyde Park, und es kommt, wie es manchmal eben kommt: Major muss mal dringend. Er bittet Kohl, so lange auf seinen Hund aufzupassen. Als Major gerade hinter einem Baum verschwindet, läuft der Hund auf und davon. Kohl ruft ihm hinterher: „Sit Prüm!“ – Nichts passiert. Und lauter: „Sit Prüm!“ Da kommt auch schon Major zurück und fragt: „Was rufst du denn da eigentlich? Das heißt doch ,sit down'.“ Darauf Kohl nachdenklich: „Ich wusste doch, dass es ein Ort in der Eifel war!“ (9) Kabinettskollegen von Helmut Kohl haben herausgefunden, dass dieser heimlich Esperanto lernt. „Du lernst eine Fremdsprache?“, fragt ihn verwundert ein Minister. „Das hätten wir nie von dir gedacht.“ – „Ja“, antwortet der Kanzler. „Aber bitte erzählt meiner Frau nichts davon. Ich will sie überraschen, wenn wir dorthin in Urlaub fahren.“ (10) Bundeskanzler Kohl ist mit seiner Entourage auf Staatsbesuch in China. Wie immer bei solchen Gelegenheiten können es die Deutschen nicht lassen, die Vertreter einer mehr als 3.000 Jahre alten Kulturnation zu ermahnen, künftig die Menschenrechte zu achten und in Sachen Demokratie gefälligst Fortschritte zu machen. Beim Bankett fragt Kohl den neben ihm sitzenden chinesischen Staatspräsidenten mit ernster Miene: „Do you have elections?“ Darauf Jiang Zemin: „Yes, evely molning!“ Ein ganz
schlimmer Finger,
dieser chinesische Staatspräsident! Er war es, der vor Jahren
schon
Bill Clinton zu Silvester einen „guten Lutsch“ wünschte.
(11) Gerhard Schröder ist mit Gattin auf Antrittsbesuch bei US-Präsident George W. Bush. Bush begrüßt den Kanzler freundlich, wendet sich dann Doris zu und fragt Schröder: „So this is your First Lady?“ Darauf Schröder: „No, my fourth!“ [Text: Richard Schneider. Bild: Uepo-Archiv.] www.uebersetzerportal.de |
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