| 2005-02-18
Sprache lernen, Schrift entwickeln, Bibel übersetzen: Cornelia Wüsthoffs Pionierarbeit an der Elfenbeinküste Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) porträtiert die Bibel-Übersetzerin Cornelia Wüsthoff (46), die 15 Jahre im Auftrag von Wycliff e.V. an der Elfenbeinküste verbrachte, um mit Kollegen die Heilige Schrift in die Sprache der Godje zu übersetzen. Wüsthoff hatte Sprachen studiert und arbeitete als Übersetzerin in Düsseldorf, als sie sich entschloss, ein dreimonatiges Praktikum in Westafrika zu absolvieren. Daraus wurden dann 15 Jahre. Ihre Aufgabe: die Bibel für das Volk der Godje übersetzen. Deren Sprache kennt jedoch keine Schrift – so wie 87 Prozent aller 6.000 noch existierenden Sprachen. Die Arbeitsgruppe musste also nicht nur erst die Sprache lernen, sondern diese auf der Grundlage des lateinischen Alphabets auch verschriften, bevor es an die Übersetzung gehen konnte. Es war nicht leicht, passende Entsprechungen für Begriffe zu finden, die es in der Welt der Godje gar nicht gibt. Die übersetzten Passagen wurden den Dorfbewohnern vorgelesen, damit diese Verbesserungsvorschläge machen konnten. Schließlich hatte die Gruppe zwei Evangelien und einige weitere Abschnitte übersetzt, als sie wegen bürgerkriegsähnlicher Unruhen 2002 das Land verlassen musste. Die Arbeit wird inzwischen vor Ort von einem Verein für Bibelübersetzung und Alphabetisierung fortgesetzt. Wüsthoff kann sich vorstellen, in einigen Jahren wieder an die Elfenbeinküste zu gehen. Den genannten Artikel können Sie in der WAZ lesen. [Text: Richard Schneider. Quelle: WAZ, 2005-02-16. Bild: Archiv.] www.uebersetzerportal.de |
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