| 2005-02-26
Dolmetscher sollen in Rostock bei Angelscheinprüfungen „hilfreich eingegriffen“ haben. Folge: Ministerium verbietet Einsatz von Dolmetschern In Rostock stehen Dolmetscher im Verdacht, einem Betrüger geholfen zu haben, in großem Stil Fischereischeine zu erschleichen (die vom Volksmund wesentlich treffender als „Angelscheine“ bezeichnet werden). Behörden in Niedersachsen war aufgefallen, dass viele russische Einwanderer ohne deutsche Sprachkenntnisse Fischereischeine mit höchstmöglicher Punktzahl vorlegten. Diese Traumergebnisse bei einer Prüfung, deren Fragebögen nur in deutscher Sprache vorliegen, erschien den Sachbearbeitern verdächtig. Zudem waren die betreffenden Zeugnisse alle von derselben Stelle in Rostock ausgestellt worden. Die Prüfung besteht aus 60 Fragen, bei denen die korrekten Antworten angekreuzt werden müssen, und einem mündlichen Teil. Laut dem Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern gibt es Indizien dafür, dass Dolmetscher bei der Prüfung „möglicherweise hilfreich eingegriffen“ haben. Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt gegen einen von der Stadt zugelassenen externen Prüfer, der in russischsprachigen Zeitungen in Deutschland für eintägige Fischereischeinkurse „mit hundertprozentiger Erfolgsgarantie“ geworben haben soll. Die Kurse wurden ohne vorangehende Schulung im Stil von Kaffeefahrten als Bustouren für 300 Euro angeboten. Erste Konsequenzen aus der Affäre: Das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern hat verfügt, dass die Prüfungen künftig nur noch auf Deutsch abgenommen werden dürfen und Dolmetscher nicht mehr zugelassen sind. Bayern wird ab dem kommenden Jahr Fischereischeine aus Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich nicht mehr anerkennen.
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Dieser Fisch schwimmt im Aquarium des Übersetzerportals und ist vor russischen Schwarzanglern sicher |