| 2005-03-09
Frank Richters dict.tu-chemnitz.de: Englisch-Deutsch-Wörterbuch seit 10 Jahren online Englisch ist nicht nur eine der am weitesten verbreiteten Sprachen der Welt, sondern auch die Universalsprache im Internet. Um bei Vokabellücken beim Surfen im World Wide Web nicht erst zum teuren gebundenen Englisch-Wörterbuch greifen zu müssen, kann jeder das kostenfreie Online-Wörterbuch der TU Chemnitz nutzen. Und das seit mittlerweile zehn Jahren – eine kleine Ewigkeit im schnelllebigen Internet. Ins Leben gerufen hat das virtuelle Nachschlagewerk Frank Richter, Webmaster der Chemnitzer Universität. „Viele Computerprogramme, die ich nutze, sind englischsprachig. Deshalb habe ich angefangen, die nötigen Vokabeln zu sammeln und stellte sie 1995 in Form eines Wörterbuchs für alle nutzbar ins Internet“, erklärt der Urheber. Nachdem die Chemnitzer Uni die nötige Netzanbindung und den Server bereitgestellt hatte, stiegen die Zugriffe in den letzten zehn Jahren von anfangs täglich zehn auf heute bis zu einer Million. „Weit über den Durchschnittswert schnellten die Suchanfragen 1998 bei der Lewinsky-Affäre“, schmunzelt Richter. „So viel wie noch nie haben nach dem Wort impeachment, dem Amtsenthebungsverfahren Clintons, nachgeschlagen.“ Oft gesucht wird auch nach Titeln neuer Kinofilme, wie aktuell Aviator („Flieger“) oder Blade: Trinity („Blade: Dreieinigkeit“). Dass die Akzeptanz des Wörterbuchs recht hoch ist, beweist ein Test des Computermagazins c't aus Hannover. Vor drei Jahren testeten sie 14 Online-Übersetzer. Das Nachschlagewerk von Frank Richter landete auf Platz 1. „Die Bedienung ist intuitiv, der Server flott. Die Benutzung des Wörterbuchs macht Spaß und die Suchfunktion ist fehlertolerant“, begründeten die Tester ihre Entscheidung. Anerkennung erhält Frank Richter auch durch die fast täglich eingehenden dankbaren E-Mails der Benutzer aus aller Welt. „Die Zuschriften mit neuen Übersetzungen oder Korrekturhinweisen motivieren mich, den Wortbestand weiter zu pflegen. Außerdem kann ich so meine Englischkenntnisse verbessern“, freut sich der Informatiker. Dass sich seine virtuelle Übersetzungshilfe solch großer Beliebtheit erfreut, ist Frank Richter manchmal schon unheimlich: „Eigentlich bin ich in erster Linie Informatiker und kein Englisch-Experte. Außerdem pflege ich das Online-Lexikon der TU Chemnitz in meiner Freizeit“, betont Richter. Anfragen, wie beispielsweise zu Übersetzungen englischer Liedtexte, muss der Webmaster daher leider ablehnen. Dafür erwarten den Nutzer neben über 179.000 Übersetzungen viele Extras, welches das Online-Wörterbuch von anderen freien virtuellen Nachschlagewerken unterscheidet: Umrechnung von Einheiten, Zitate zu dem jeweiligen Suchbegriff, Wortlisten von Berufsbezeichnungen bis hin zu Namen von Gewürzen und Verlinkungen auf andere Wörterbücher. Eine persönliche Note verleihen den Wortlisten die bunten Zeichnungen des Kindes von Frank Richter. Besonderen Wert legt der Autor auf die vielen Anwendungsbeispiele und sinngemäßen Übersetzungsmöglichkeiten, die in erster Linie Ausländern die deutsche Sprache näher bringen soll. Daran möchte er auch zukünftig verstärkt arbeiten. Im Übrigen steht das Wörterbuch-Programm als Offline-Version für Linux zum Download bereit. Für die Aufstockung oder Berichtigungen seiner Vokabelliste ist der Chemnitzer Uni-Webmaster immer dankbar, denn alle Übersetzungen sind ohne Gewähr. Das deutsch-englische Online-Wörterbuch finden Sie unter der Adresse http://dict.tu-chemnitz.de.
[Text: Antje Brabandt. Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 2005-03-08. Bild: TU Chemnitz.] www.uebersetzerportal.de |
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