2005-03-20
Deutschlandfunk
berichtet ausführlich über Ausbildung und Berufspraxis der Dolmetscher
Gestern hat der Deutschlandfunk
in seiner Sendung „Campus & Karriere“ ausführlich über den
Berufsalltag von Dolmetschern, die aktuelle Arbeitsmarktlage und die Ausbildungsmöglichkeiten
berichtet. Die Moderatorin Kate Maleike präsentierte folgende
Beiträge:
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Stressresistent muss man
sein, mobil und arbeitswütig. Vom Dolmetscheralltag und der richtigen
Ausbildung. Interview mit Dipl.-Dolm. Angelika Eberhardt, Pressesprecherin
des Verbands der Konferenzdolmetscher (VKD) im BDÜ. Autorin: Kate
Maleike.
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Immer einen Satz hinter Ministerin
Bulmahn. Der Diplom-Dolmetscher Peter Schultze und seine Arbeit
beim jüngsten Treffen der deutsch-russischen Wissenschaftsminister
in Moskau. Autorin: Kate Maleike. (Schultze ist Dolmetscher im Bundesministerium
für Bildung, Forschung und Technologie.)
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Brüssel – El Eldorado
für Dolmetscher und Übersetzer? Von Beschäftigungschancen
und Anforderungsprofilen in Europäischen Institutionen. Autor: Alois
Berger.
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Nach Abschluss Jobgarantie?
Studium in Germersheim am Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft
der Universität Mainz. Autor: Jürgen Essig.
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Verständigungshilfe
für ausländische Mitbürger. Am Ethnomedizinischen Zentrum
Hannover helfen Dolmetscher bei Krankenhausbesuchen, Behördengängen
und im Strafvollzug. Autor: Michael Engel.
FASK
Germersheim
In dem Beitrag über
„die weltweit größte und wohl auch renommierteste Dolmetscher-
und Übersetzerschmiede“ in Germersheim kommen folgende Studenten zu
Wort: Hassan Mossaid (de, fr) aus Marokko, Stephan Gödde
(fr, es, it) aus Ostwestfalen („Mir gefällt's hier.“), Friederke
Mast (en, es) und Julia Buschmann (en, el).
Aus der
Lehre werden Dipl.-Übers. Lothar Görke und Dr. Klaus
H. Schmidt interviewt („Der Vorteil hier ist: die Atmosphäre ist
sehr familiär.“). Görke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und
für die Öffentlichkeitsarbeit des FASK zuständig, Schmidt
lehrt in der Amerikanistik.
Germersheimer Studis beim
Studieren
Brüssel
In dem Beitrag über
die Sprachmittler bei der EU verrät der Elsässer Serge Leveneck,
seit 20 Jahren Dolmetscher für das Europäische Parlament und
gelegentlich Mitglied der Auswahlkommission für den Nachwuchs, dass
das Einstiegsgehalt für Dolmetscher vor kurzem auf rund 3.000 Euro
gesenkt wurde und die Tagessätze für freie Dolmetscher bei Kommission
und Parlament bei 350 Euro liegen.
Durch
die Osterweiterung sei die Nachfrage nach Dolmetschern
deutlich gestiegen, die
nach Übersetzern aber gesunken. Dies wird auf die Anweisung an die
Beamten zurückgeführt, sich kürzer zu fassen. Eine Übersetzerin
aus der Kommission bestätigt, dass die Arbeit unterm Strich sogar
weniger geworden sei. Zumindest die EU-Kommission vergebe daher kaum noch
Aufträge an externe Übersetzungsbüros.
Barry
Brennan von Kings Translation & Copywriting, einem privaten Brüsseler
Übersetzungsbüro, erklärt: „Ein guter Übersetzer kann
in Brüssel zwischen 150 und 200 Euro am Tag verdienen.“
Krankenhausdolmetscher
Die Arbeit der Krankenhausdolmetscher
wird am Beispiel des seit 1991 bestehenden Ethno-Medizinischen Zentrums
in Hannover geschildert. Es verfügt über 300 Dolmetscher,
die mehr als 40 Sprachen sprechen und 2.000 Einsätze pro Jahr absolvieren.
Entschädigt werden sie mit 24 Euro pro Stunde – mehr ist leider nicht
drin. Die Arbeit der niedersächsischen Einrichtung unter der Leitung
des Diplom-Sozialwissenschaftlers Ramazan Salman gilt im gesamten
deutschsprachigen Raum als vorbildlich. Zu den Kurlturunterschieden im
Krankheitsempfinden sagt Salman:
Der deutsche Patient
sagt: „Doktor, an meinem Arm, kurz über dem rechten Finger, habe ich
starke Schmerzen.“ Der arabische Patient sagt: „Doktor, der ganze Arm tut
mir weh!“ Dies wird häufig als Wehleidigkeit, als Simulation ausgelegt.
Diese Person ist aber kulturell so eingerichtet, dass ihr wirklich der
ganze Arm weh tut, und wie intensiv dieser Schmerz ist, weil er häufig
auch sehr blumig ausgedrückt wird: „Eine Schlange kriecht durch meinen
Körper.“ „Mein Herz tut mir weh“, was übrigens in diesem Falle
häufig ein Ausdruck für depressive Zustände ist und nicht
immer für kardiologische Probleme.
Ende 2004 wollte die niedersächsische
Landesregierung sämtliche Zuschüsse streichen (das Übersetzerportal
berichtete). „Diese Pläne sind mittlerweile vom Tisch“, heißt
es im Rundfunkbeitrag.
Für
weiterführende Informationen verlinkt das DeutschlandRadio auf seiner
Website zum Verband der Konferenzdolmetscher (VKD) im BDÜ, zum BDÜ
und zum FASK Germersheim.
Das
DeutschlandRadio ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Das werbefreie Programm wird aus Steuergeldern und Gebühren finanziert.
Der Sender unterhält zwei Standorte: Köln und Berlin. Das Kölner
Programm trägt den Namen Deutschlandfunk (DLF). Auf der Website heißt
es: „Er steht seit 40 Jahren für schnörkellose Information aus
Politik, Wirtschaft und Kultur. Der hohe Wortanteil von über 75 Prozent
prägt sein unverwechselbares Profil.“ In Berlin ist das „DeutschlandRadio
Kultur“ beheimatet.
Das DeutschlandRadio
ist der einzige bundesweite Rundfunksender Deutschlands (sieht man einmal
von der fürs Ausland gedachten Deutschen Welle ab). Die deutsche Radiolandschaft
leidet seit 60 Jahren schwer unter der Kleinstaaterei, die privaten Anbietern
die Ausstrahlung bundesweiter Programme unmöglich macht. |
Das Funkhaus des Deutschlandfunks
in Köln
Folgende Beiträge können
Sie auf der Website des DeutschlandRadios im Worlaut nachlesen:
[Text: Richard Schneider. Quelle:
DeutschlandRadio, 2005-03-18. Bild: DeutschlandRadio, EuroLing, FASK Germersheim.]
www.uebersetzerportal.de |
Kate Maleike
Barry Brennan
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